The Model who learned to see through his own Camera
Geboren in Sežana, einer kleinen Stadt im slowenisch-italienischen Grenzland, wuchs Denis Cebulec in einer Gegend auf, in der die Grenze eher Verbindung als Trennung war.
Die Nähe zu Italien, die mediterrane Lebensart, die er bis heute als prägenden Einfluss nennt – all das sitzt tief in seinem Blick, lange bevor er wusste, dass er einmal davon leben würde,
diesen Blick mit knapp 260.000 Menschen zu teilen. Seine Reisen, seine Visual Diaries und sein Modestil lesen sich wie eine Liebeserklärung an Italien.
Eine zweite Heimat, die von Anfang an in Reichweite lag.
DENIS CEBULEC IM INTERVIEW MIT BRAUN HAMBURG
Gibt es ein konkretes Bild aus deiner Kindheit in Sežana – einen Geruch, eine Speise, eine bestimmte Tageszeit –, das für dich bis heute genau das ist, was du „mediterrane Lebensart“ nennst?
Denis Cebulec: Wenn ich an mediterrane Lebensart denke, sehe ich sofort meine Sommer als Teenager vor mir. Ich bin nur etwa 200 Meter von der italienischen Grenze entfernt aufgewachsen und habe mit 14 Jahren meinen Führerschein für die Vespa gemacht. Im Sommer bin ich damit fast täglich über die Grenze nach Italien gefahren, einfach um ins Meer zu springen. Im August haben wir Feigen direkt vom Baum gepflückt, waren den ganzen Tag draußen, haben mit Freunden jede mögliche Sportart gespielt und uns eigentlich keine Gedanken über morgen gemacht. Diese langen Sommer, dieses Draußensein und einfach im Moment zu leben, das ist für mich bis heute mediterrane Lebensart.
Deine Kleidung reist mit dir um die Welt. Was macht für dich ein Kleidungsstück zu einem echten Reisebegleiter, auf den man sich verlassen kann?
Für mich muss ein Kleidungsstück, das mich auf Reisen begleitet, vor allem zwei Dinge mitbringen: Qualität und Vielseitigkeit. Ich muss ein Stück fühlen und eigentlich schon in dem Moment, in dem ich es sehe, eine Idee davon haben, wie ich es auf mindestens zwei verschiedene Arten kombinieren kann. Gerade unterwegs finde ich es wichtig, Teile dabeizuhaben, die sich unkompliziert in verschiedene Looks integrieren lassen. Dabei muss ein gutes Kleidungsstück für mich überhaupt nicht neu sein. Ich trage genauso gerne Vintage- oder Pre-Loved-Pieces. Am Ende zählen für mich die Qualität und das Gefühl, das mir ein Kleidungsstück gibt.
Du hast Kinesiologie studiert – die Wissenschaft der Bewegung – und bist heute selbst ständig in Bewegung, beruflich wie geografisch. Siehst du da eine Verbindung, oder ist das für dich reiner Zufall?
Ehrlich gesagt habe ich diese Verbindung bis jetzt selbst nie so gesehen. Nach meinem Bachelor hatte ich eher das Gefühl, mich beruflich ziemlich weit von der Kinesiologie entfernt zu haben. Aber wenn ich darüber nachdenke, ist Bewegung bis heute ein extrem wichtiger Teil meines Lebens geblieben. Sport hilft mir, meine Energie zu kanalisieren und gleichzeitig zur Ruhe zu kommen, besonders Tennis, weil es neben der Bewegung auch volle Konzentration verlangt. Und Bewegung findet bei mir natürlich auch geografisch statt: Ich liebe es zu reisen, neue Orte zu entdecken und neue Menschen kennenzulernen. Vielleicht habe ich mich also gar nicht so weit davon entfernt, wie ich immer dachte.
Italienische Mode wie Lardini funktioniert in Portofino fast von selbst. Was braucht so ein Stück, damit es auch im norddeutschen Hamburg funktioniert – oder ist gute Mode für dich ortsunabhängig?
Für mich ist gute Mode grundsätzlich ortsunabhängig. Entscheidend sind vor allem die richtigen Materialien und zeitlose Farben. Ein guter Leinenblazer funktioniert für mich genauso in Portofino wie in Hamburg. Am Ende kommt es darauf an, wie man ihn kombiniert: An einem heißen Tag vielleicht mit einem leichten Leinen- oder Seidenhemd, bei kühleren Temperaturen mit etwas mehr darunter. Ein hochwertiges, zeitloses Stück passt sich dem Ort an und nicht umgekehrt.
Lardini hat mit seiner unkonstruierten Jacke im Grunde in Stoff gegossen, was du in deinem Auftreten lebst – Eleganz, die keine Anstrengung zeigt. War dir dieser Gedanke vorher bewusst, oder überrascht es dich selbst, wie sehr sich das deckt?
Tatsächlich war mir diese Verbindung so vorher gar nicht bewusst, umso mehr freut mich der Vergleich. Ich kenne Lardini natürlich schon länger, hatte bisher aber noch nicht die Gelegenheit, die Stücke selbst zu tragen. Deshalb bin ich umso gespannter darauf, genau diese Leichtigkeit und unkomplizierte Eleganz selbst zu erleben.
Du packst für eine Reise nur einen einzigen Weekender. Was muss zwingend in dein Gepäck, egal wohin es geht?
Ganz klar: Sportsachen und mein Laptop. Egal wohin ich fahre, versuche ich immer, Zeit für Sport und Bewegung zu finden. Und auch wenn heute vieles übers Handy funktioniert, nehme ich meinen Laptop eigentlich immer mit. Gerade für meine YouTube-Videos gibt es unterwegs oft etwas zu schneiden oder zu bearbeiten. Diese zwei Dinge haben deshalb immer einen festen Platz in meinem Weekender.
In einem deiner Visual Diaries hast du erzählt, dass der Tennisplatz des Belmond Splendido lange auf deinem Vision Board stand. Gibt es aktuell etwas Neues auf deinem Vision Board, das du dir als Nächstes unbedingt in die Realität holen möchtest?
Ich glaube sehr an Vision Boards und auch an Manifestation. Für mich geht es dabei nicht nur darum, sich Dinge zu wünschen, sondern sich immer wieder vor Augen zu führen, wo man hinmöchte und worauf man hinarbeitet. Es gibt noch einige Dinge auf meiner Bucket List, die ich gerne Realität werden lassen möchte. Ein schöner Sportwagen gehört definitiv dazu. Ich habe sogar schon ein paar bestimmte Modelle im Kopf, aber ich glaube auch daran, dass manche Dinge genau dann kommen, wenn der richtige Zeitpunkt dafür da ist.
Welches Kleidungsstück aus dem Shooting mit BRAUN Hamburg würdest du am liebsten mit auf deine nächste Reise nehmen und warum?
Ich würde definitiv den braunen Mantel von Lardini mitnehmen. Die Qualität ist unglaublich, er fühlt sich super weich und angenehm an und ist gleichzeitig extrem vielseitig. Gerade im Herbst kann man ihn perfekt mit verschiedenen Layers kombinieren und sowohl casual als auch eleganter tragen. Für mich ist er zeitlos, klassisch und genau so ein Teil, das einen festen Platz in einer Capsule Wardrobe verdient.