Was ist Merinowolle?
Die Wolle des Merinoschafs zählt zu den hochwertigsten Naturfasern überhaupt. Das Garn wird aus dem Fell der anpassungsfähigen Tiere gewonnen, das deutlich leichter, geschmeidiger und elastischer ist als das normaler Schafe. Ihre besonderen Vorteile verdankt Merinowolle dem Keratin, aus dem sie besteht, und dessen spiralförmiger Proteinstruktur.
Woher kommt Merinowolle? Im Gegensatz zu vielen anderen Wollschafen und -ziegen stammen Merinoschafe ursprünglich aus wärmeren Gebieten, wahrscheinlich Nordafrika. Von Schafzüchtern wurden sie zunächst in Spanien und heute vor allem in Australien und Neuseeland angesiedelt. Dem milden Klima verdankt Merinowolle ihre Eigenschaften: Sie kann sich an unterschiedliche Wetterlagen anpassen, sodass wir nicht nur im Winter von der Kleidung profitieren, sondern auch bei höheren Temperaturen im Sommer. Die hohe Wollqualität ist das Ergebnis jahrhundertelanger Zucht, die gezielt auf Feinheit und Dichte der Fasern ausgerichtet war.
Was ist das Besondere an Merinowolle?
Die Vorteile von Merinowolle sind auf die Beschaffenheit des einzelnen Haars zurückzuführen: Es ist hauchdünn und gekräuselt. Deswegen bilden sich zwischen den Wollfasern Luftkammern, welche die Körperwärme einschließen und auf diese Weise isolierend wirken. Dadurch wirkt Kleidung aus Merinowolle temperaturausgleichend – das bedeutet, dass sie bei Kälte Wärme spendet und sich bei warmem Wetter angenehm kühlt.
Wegen ihrer Leichtigkeit fühlt sich Kleidung aus Merinowolle auch im Sommer sehr wohltuend an. Zudem kann sie ein hohes Maß an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dass die Textilien als nass empfunden werden. Indem die eingeschlossene Feuchtigkeit bei höheren Außentemperaturen verdunstet, wird ihr kühlender Effekt hervorgerufen. Gleichzeitig ermöglichen die natürlichen Luftpolster zwischen den Fasern eine gute Luftzirkulation: Merinowolle-Pullover sind also auch atmungsaktiv.
Viele stellen sich die Frage: Kratzt Merinowolle? Nein! Sie liegt weich und geschmeidig auf der Haut. Deshalb wird sie häufig für Bekleidung wie Strickwaren, Outerwear oder Funktionskleidung verwendet. Auch Underwear oder Rollkragenpullover aus Merinowolle für Herren, welche direkt am Körper beziehungsweise Hals anliegen, sind aus diesem Grund besonders angenehm zu tragen.
Steckbrief: Vorteile von Merinowolle
- Feinheit und Faserstruktur: Merinofasern sind mit einer Stärke von etwa 17–24 Mikrometern sehr fein und haben eine gekräuselte Struktur, was viele wärmespeichernde Luftpolster zwischen den Fasern erzeugt.
- Elastizität: Kleidung aus Merinowolle passt sich dem Körper an, knittert kaum und ist gleichzeitig formstabil.
- Feuchtigkeitsaufnahme: Die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und langsam abzugeben, sorgt dafür, dass der Körper trocken bleibt und die Wolle auch im feuchten Zustand wärmt.
- Atmungsaktivität: Die winzigen Luftpolster speichern Wärme und sorgen für eine gute Luftzirkulation.
- Angenehmes Tragegefühl: Merinowolle ist besonders weich, weshalb sie weder kratzt noch juckt und sich auch direkt auf der Haut angenehm tragen lässt; sie wärmt trotz ihrer Leichtigkeit.
- Geruchshemmend: Merinowolle hemmt die Bakterienbildung gleich auf zwei Wegen: Ihre natürliche Proteinstruktur wirkt antibakteriell, und gleichzeitig wird Schweiß von der Haut wegtransportiert – beides reduziert unangenehme Gerüche.
- Selbstreinigend: Weil Schmutz und Gerüche nur schwer haften bleiben, reicht es oft aus, Wollkleidung aus der Qualitätsfaser nach dem Tragen zu lüften statt zu waschen.
- Nachhaltig & biologisch abbaubar: Reine Wolle ist ein nachwachsendes Naturmaterial, das bei guter Pflege sehr langlebig ist, sich aber vollständig zersetzt, nachdem man es am Ende seiner Lebenszeit dem Recycling zugeführt hat.
Was ist der Unterschied zwischen Wolle und Merinowolle?
Der Unterschied zwischen Wolle und Merinowolle liegt vor allem in der Faserqualität und den daraus resultierenden Eigenschaften:
- Herkunft und Art der Schafe: „Wolle“ ist ein Oberbegriff für das Haar verschiedener Schafrassen. Sie kann von normalen Wollschafen stammen, die gröbere Fasern produzieren. Merinowolle kommt dagegen ausschließlich von Merinoschafen, die sehr feines, weiches Haar liefern.
- Faserfeinheit: Normale Wolle ist gröber und wird deswegen von einigen Menschen als rau auf der Haut empfunden. Merinowolle ist hingegen extrem fein und damit geschmeidig und hautfreundlich.
- Tragekomfort: Merinowolle kratzt nicht, reguliert die Temperatur besser, nimmt Feuchtigkeit effizient auf und hemmt die Entstehung von Gerüchen. Normale Wolle wärmt zwar ebenfalls, doch dank der Kräuselung entstehen zusätzlich winzige Luftpolster, die wie eine natürliche Isolierung wirken.
- UV-Schutz: Kleidung aus Merinowolle verfügt über einen natürlichen Schutz vor schädlichen UV-Strahlen, der einem Lichtschutzfaktor von ungefähr 30 entspricht.
- Einsatzbereich: Merinowolle ist vielseitig einsetzbar. Sie kann direkt am Körper getragen werden, aber wegen ihrer wasserabweisenden Eigenschaften auch für Outdoor-Bekleidung eingesetzt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Schurwolle und Merinowolle?
Schurwolle ist ein Überbegriff für Wolle, die direkt von einem lebenden Schaf durch die Schur gewonnen wird. Sie kann von allen Schafrassen stammen und daher in ihrer Feinheit und Struktur sehr unterschiedlich beschaffen sein. Merinowolle ist eine besondere Form der Schurwolle, die speziell vom lebenden Merinoschaf stammt. Ihre Fasern sind deutlich weicher und elastischer als die der meisten anderen Schafe.
Ist Merino wirklich so gut?
Sie fragen sich: Was sind die Vor- und Nachteile von Merinowolle? Die Vorteile von Merinowolle liegen darin begründet, dass es sich um eine ausgesprochen hochwertige Wolle handelt: Merino-Bekleidung ist besonders geschmeidig und sorgt deswegen für ein gemütliches Tragegefühl auf der Haut. Der atmungsaktive Wollstoff kann die Temperatur regulieren, indem er bei Kälte warm hält und bei Wärme etwas kühlt, er nimmt Feuchtigkeit auf und hemmt Gerüche. Das unterscheidet auch Alpaka- von Merinowolle, da erstere vornehmlich zur Wärmeisolation geeignet ist. Hinzu kommt, dass Merinowolle nachhaltiger ist als Kunstfasern, weil sie ein langlebiges Naturmaterial ist und zudem recycelt werden kann. Die Pflege von Merinowolle ist gar nicht so aufwendig, wie man vielleicht glaubt, da es nicht notwendig ist, sie häufig zu waschen. Letzteres erfordert lediglich ein paar Kenntnisse über das Wolle waschen.
Doch welche Nachteile hat Merinowolle? Obwohl Merinowolle sehr hautfreundlich ist, können Menschen mit empfindlicher Haut auf Farbzusätze oder Reste des natürlichen Wollfetts Lanolin mit Hautreizungen reagieren.
Ein wichtiger Aspekt bei der Gewinnung von Merinowolle ist das Thema Mulesing. Dabei handelt es sich um einen schmerzhaften Eingriff bei Schafen, der vor allem in Australien praktiziert wird. Viele Verbraucher legen heute Wert darauf, mulesingfreie Wolle zu wählen, um Tierleid zu vermeiden. Beim Kauf lohnt es sich daher, auf Zertifizierungen wie RWS (Responsible Wool Standard), ZQ Merino oder das Herkunftsland Neuseeland zu achten, wo die Praxis zumindest weitestgehend und ohne Betäubung verboten ist. Garantiert mulesingfreie Merinowolle ist häufig extra gekennzeichnet und wird zum Beispiel von Designern wie 04651/ A trip in a bag oder mey für Herren verarbeitet. So kann man die Qualität hochwertiger Merinowolle genießen und gleichzeitig ethische Standards berücksichtigen.