Eigenschaften, Herstellung und Verwendung der Stretch-Faser
Elastan – die Chemiefaser ist aus der Textilindustrie kaum noch wegzudenken. Sicherlich besitzen auch Sie Kleidungsstücke mit Elastan-Anteil. Ob Jeans, Sportbekleidung oder Unterwäsche – die flexible Faser ist ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Textilien und sorgt für Komfort sowie Bewegungsfreiheit.
Das Besondere an Elastan ist seine Dehnbarkeit: Es kann sich stark ausweiten und nimmt anschließend wieder seine Ursprungsform an. Die hohe Elastizität macht das Material zu einem der flexibelsten in der Bekleidungsindustrie. In diesem Ratgeber erfahren Sie mehr über die Herstellung sowie Eigenschaften des Stoffes und worauf Sie bei Pflege und in puncto Nachhaltigkeit achten sollten.
Wie wird Elastan hergestellt?
Die Produktion des elastischen Stoffes erfolgt durch ein komplexes chemisches Verfahren. Die Basis bilden Polyurethanfasern, die durch die Reaktion verschiedener chemischer Rohstoffe entstehen. Diese Verbindungen werden zu langen, elastischen Polymerketten verbunden. Anschließend wird das Material zu feinen Fasern gesponnen, die entweder als Monofilamente (Einzelfasern) oder als multifile Fäden (Bündel) weiterverarbeitet werden. Dank diesem Verfahren ist Elastan besonders gleichmäßig, robust und vielseitig kombinierbar. Es eignet sich ideal für Mischgewebe, zum Beispiel aus Polyester- oder Baumwollmischungen.
Begriffsabgrenzung: Elastan, Spandex & Lycra
Spandex oder Lycra: Bestimmt haben Sie bereits von diesen unterschiedlichen Begriffen gehört – doch sie bezeichnen dasselbe Material. Ob also auf dem Etikett Elastan, Spandex oder Lycra steht – das Material ist identisch – nur die Bezeichnung unterscheidet sich:

- Elastan (gelegentlich Elasthan geschrieben) ist die allgemeine Bezeichnung im deutschsprachigen Raum
- Spandex ist der amerikanische Begriff für dieselbe Faser
- Lycra ist ein Markenname des Unternehmens DuPont
FAQ: Fragen & Antworten zu Elastan in Kleidung
Wie viel Elastan-Anteil sollte in der Kleidung sein?
Die Antwort auf die Frage, wie viel Prozent Elastan in Textilien enthalten sein sollen, hängt von der Art des Kleidungsstücks ab. Je nach gewünschtem Stretch-Effekt kann Alltagsbekleidung einen Anteil von bis zu 10 % aufweisen, wobei Zusätze ab 5 % Elastan schon auf maximale Bewegungsfreiheit ausgelegt sind. Für Jeansstoff mit Elastan sind 1 bis 3 % ideal: Dies garantiert auch bei schmal geschnittenen Modellen hohen Tragekomfort, ohne die Widerstandsfähigkeit von Denim zu beeinträchtigen. Bei Sportbekleidung aus Polyester mit Elastan, Unterwäsche oder Badebekleidung darf er höher liegen: bei bis zu 20 %.
Wie sollten elastische Kleidungsstücke gepflegt werden?
Kleidung mit Elastan gilt als pflegeleicht, erfordert aber etwas Aufmerksamkeit. Um den Stoff zu schonen, dürfen Kleidungsstücke bei maximal 30 bis 40 °C gewaschen werden. Hierbei sollte das Pflegeetikett stets beachtet werden.
Tipps zur Pflege:
- Keinen Weichspüler verwenden – dieser greift die Faserstruktur an
- Nicht im Trockner trocknen, da Hitze die Dehnbarkeit mindert
- Nicht heiß bügeln – am besten bei niedriger Temperatur oder gar nicht
- Lufttrocknen ist am schonendsten
So bleibt Ihre Kleidung langfristig flexibel und formbeständig. Mehr Informationen zur Pflege Ihrer Textilien und wie Sie Pflegeetiketten richtig lesen, finden Sie in unserem Ratgeber Waschsymbole: Das bedeuten sie.
Ist Elastan schädlich?
Elastan an sich ist nicht direkt schädlich für die Haut, jedoch können die Herstellungsprozesse chemische Rückstände hinterlassen und dadurch Hautreizungen auslösen. Da der Elastan-Stoff weniger atmungsaktiv als zum Beispiel eine Naturfaser ist, kann Schweiß auf der Haut verbleiben. Dies kann das Bakterienwachstum begünstigen und zu Hautirritationen führen.
In Hinblick auf die Nachhaltigkeit stehen Chemiefasern sowie Mischgewebe, wie zum Beispiel Baumwolle mit Elastan, oft in der Kritik. Der Grund: Elastan ist im weitesten Sinne Plastik und besteht anteilig aus Erdöl. Deswegen sind Stoffe mit Beimischungen nicht biologisch abbaubar und schwieriger zu recyceln. Zusätzlich werden bei jedem Waschgang von synthetischen Stoffen kleinste Partikel Mikroplastik freigesetzt. Allerdings arbeiten Forschende und Unternehmen an Lösungen, wie etwa recyceltes Elastan aus Produktionsabfällen oder biobasierten Alternativen auf pflanzlicher Basis. Welche Vor- und Nachteile hat Elastan gegenüber Baumwolle? Elastan ist deutlich elastischer als Baumwolle und erhöht in Mischgeweben den Tragekomfort. Baumwolle hingegen ist atmungsaktiver und natürlicher. Aufgrund seiner synthetischen Herstellung ist Elastan zusätzlich zur Absonderung von Mikroplastik nicht biologisch abbaubar, während reine Baumwolle in der Regel umweltfreundlicher und leichter recycelbar ist.
Tipps für Verbraucher:
- Waschen Sie Bekleidung vor dem ersten Tragen, um Reizungen zu vermeiden
- Nutzen Sie Kleidungsstücke möglichst lange
- Achten Sie auf nachhaltige Labels, die verantwortungsvoll mit Kunstfasern umgehen
Vor- und Nachteile des Materials
Ist Elastan gut oder schlecht? Bei dieser Frage hilft ein Blick auf die wichtigsten Vor- und Nachteile, um das Material besser zu beurteilen.
Vorteile:
- Hohe Elastizität und Dehnbarkeit
- Leicht und bequem
- Pflegeleicht und langlebig
- Verbessert den Tragekomfort, z. B. in Mischungen aus Baumwolle mit Elastan
- Knitterfrei und formstabil
Nachteile:
- Elastan kann Schwitzen fördern: Der Stoff ist weniger atmungsaktiv als Naturfasern
- Empfindlich gegenüber Hitze und UV-Strahlung
- Aufgrund der synthetischen Herkunft nicht biologisch abbaubar
Elastan ist eine synthetische Chemiefaser mit einzigartiger Elastizität. Die Faser ist in der Bekleidungsindustrie unverzichtbar und wird in zahlreichen Kleidungsstücken eingesetzt – von Stretch-Jeans über Sportbekleidung bis hin zu Unterwäsche. Obwohl Elastan Nachteile hat, gilt: Schon ein geringer Anteil verbessert die Passform vieler Kleidungsstücke enorm. Trotz dieser ökologischen Herausforderungen bleibt Elastan ein Schlüsselmaterial für moderne, flexible und bequeme Textilien.









































