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Kragen- und Reversarten von Sakkos

Sakkos unterscheiden sich in ihren Kragen- und Reversarten deutlich: Vom fallenden Revers über das steigende Spitzrevers bis hin zum eleganten Schalkragen – wir zeigen Ihnen, wann welche Variante zum Tragen kommt.

Kragen- und Reversarten
von Sakkos

Das Revers als Rahmen des Gesichts


Begegnen wir einem Menschen, fällt unser Blick instinktiv zuerst ins Gesicht – und hier entfaltet auch das Revers eines Sakkos seine Wirkung: Es bildet einen Rahmen um das Gesicht und ist weit mehr als nur ein Detail – es stellt die architektonische Verbindung zwischen Kleidung und Persönlichkeit her. Als Teil des Kragens definiert es die Eleganz und Wirkung des gesamten Outfits. Welche Kragen- und Reversarten Sakkos haben können, erfahren Sie in diesem Ratgeber – inklusive Tipps, welche Sakko-Revers-Formen dem entsprechenden Anlass gerecht werden.

Tom Ford
4.400,00 €
Tom Ford Seidensakko 'Atticus' dunkelblau
Circolo 1901
449,00 €
Circolo 1901 Piqué Sakko sand, slim Fit, elastischer Baumwoll-Piqué, taillierter Zwei-Knopf-Stil, fallendes Revers, frontal nah, halb gefüttert.
Emporio Armani
689,00 €
Emporio Armani Strickblazer dunkelgrau meliert, frontale Ansicht, Slim Fit, taillierter Fünf-Knopf-Stil, Strukturstrick, weicher Griff, aufgesetzte Hüfttaschen, fallendes Revers, unconstructed Design.
Tagliatore
799,00 €
Tagliatore Seidensakko 'Vesuvio' navy, slim Fit, zweireihig mit drei Knöpfen, Spitzrevers, markant gewebt, weicher Griff, frontal fotografiert.
Lardini
1.099,00 €
Lardini Sakko salbei/offwhite meliert, frontale Nahaufnahme, Slim Fit, Zwei-Knopf-Stil, Unconstructed Design, Schurwolle-Leinen-Mix, Revers mit Blüten-Anstecker.
Tom Ford
2.225,00 € 4.450,00 €
Tom Ford Sakko 'Shelton' navy/schwarz kariert, Slim Fit, Glencheck, zweiknöpfig, Spitzrevers, Brust- und Hüfttaschen, halb gefüttert, frontale Ansicht.
Tagliatore
799,00 €
Tagliatore Sakko 'Monte Carlo' schwarz, frontale Ansicht, Slim Fit, Mix aus Seide und Schurwolle, tailliert, zwei Knöpfe, fallendes Revers, Pin am Revers, Brust- und Hüfttaschen, Unconstructed Design.
Tagliatore
799,00 €
Tagliatore Sakko 'Monte Carlo' oliv meliert, frontal mit markanter Fischgrat-Struktur, Slim Fit, Leinen-Baumwoll-Mix, zwei Knöpfe, Unconstructed Design.

Crochet, Reversbruch, Spiegelnaht: Begriffe der Sartoria einfach erklärt


Ein genauer Blick auf die Fachbegriffe lohnt sich, um zu verstehen, wie der Kragen am Jackett und das Sakko-Revers aufgebaut sind.

  • Der Kragen ist jener Teil, der sich im Nacken anlegt und an den Seiten vom Hals aus in das Revers übergeht. Das Revers ist die nach außen geschlagene Verlängerung des Kragens, wie sie bei Designer-Sakkos für Herren, Blazern, Jacken und Mänteln zu finden ist. Der Verlauf des Revers von oben nach unten, inklusive des Kragens, wird in der Schneidersprache Fasson genannt – er ist entscheidend für die Harmonie der Linienführung.
  • An der Stelle, an der Kragen und Revers aufeinandertreffen, entsteht das sogenannte Crochet – eine kleine, aber charakteristische V-förmige Ecke. Der Öffnungswinkel des Crochets, bekannt als Crochet-Winkel, beeinflusst, ob ein Sakko eher dynamisch, formell oder zurückhaltend Veredelt wird dieser architektonische Aufbau häufig durch die Crochetnaht, auch Spiegelnaht genannt, eine feine, sichtbare Ziernaht entlang der Kante, die handwerkliche Präzision betont und dem Sakko einen subtil luxuriösen Ausdruck verleiht.
  • Als Reversbruch wird der Punkt bezeichnet, an dem das Revers vorne über dem oberen Knopf optisch „bricht“, also umgefaltet ist, bevor es in das Vorderteil des Sakkos übergeht.

Zusammen haben die Kragen- und Reversarten an Sakkos einen großen Einfluss auf das Gesamtbild des Anzugs – sie bestimmen maßgeblich, wie es wahrgenommen wird: souverän, elegant, lässig oder formell. Der Schneidermeister achtet bei der Gestaltung nicht nur auf Schnitt und Stoff, sondern vor allem auf die Details wie Taschen, Reversspitze und Reversbruch. Entscheidend ist die Silhouette und damit die Wirkung des Sakkos. Bei jeder Anfertigung zählt die Vorarbeit: ein sauber gearbeitetes Schnittmuster, das die Grundlage für ein perfekt sitzendes Kleidungsstück bildet und Ihnen maximale Bewegungsfreiheit ermöglicht.

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Ein Blick zurück: Reversgeschichte

Das Wort Revers stammt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie Rückseite oder Umschlag. Es geht zurück auf das lateinische revertere, was mit umkehren oder auch zurückwenden übersetzt werden kann. Ursprünglich dienten die aufgeschlagenen Vorderteile von Mänteln als Revers, doch im Laufe der Zeit entwickelten sie sich zu einem festen Stilmerkmal. Jede Epoche hinterließ ihre eigene Handschrift in Kragen- und Reversarten von Sakkos: In den 1920er-Jahren dominierten Zweireiher mit breiten Spitzrevers, die Extravaganz und Selbstbewusstsein ausstrahlten. Die Nachkriegszeit brachte wiederum schmalere Formen hervor, die für Bescheidenheit und klassische Eleganz standen.

In den 1970er- und 1980er-Jahren erlebte der Reverskragen am Sakko dann seine wohl auffälligste Phase: Es wurde ausgesprochen breit und führte in Kombination mit markanten Schulterpartien die Modetrends an. Seit den 1990er-Jahren hat sich das Bild wieder in eine deutlich zurückhaltendere, natürlichere Richtung bewegt. Heute sind Revers meist schmal und klar geschnitten, wodurch der moderne Anzug leicht und zeitgemäß wirkt.

So erzählen Kragen- und Reversarten an Sakkos nicht nur von traditionellem Schneiderhandwerk, sondern auch vom Zeitgeist. Sie stehen für Eleganz und Selbstbewusstsein und spiegeln in gewisser Weise das Bedürfnis wider, die Dynamik der jeweiligen Epoche durch Kleidung sichtbar zu machen. Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Arten von Revers etabliert, die jeweils eine ganz eigene Tradition und Wirkung mitbringen.

Reversarten – die wichtigsten Formen im Überblick


Das Revers ist einer der prägendsten Bestandteile eines Sakkos. Seine Form entscheidet darüber, wie ein Sakko bzw. Anzug wahrgenommen wird – ob er klassisch, modern, zurückhaltend oder extravagant wirkt. Entdecken Sie, woran man die Sakko-Revers-Formen erkennen kann und was sie auszeichnet:

Fallendes Revers (Notch Lapel)

Am weitesten verbreitet ist das fallende Revers. Es gilt als Inbegriff des klassischen Herrensakkos, das meist aus Schurwolle gefertigt wird und ist vorwiegend bei einreihigen Anzügen mit zwei, drei oder vier Knöpfen zu finden. Die Nahtlinie verläuft dezent nach unten und rahmt das Gesicht des Trägers unaufdringlich ein. Diese oftmals recht schmale Form wirkt sachlich, elegant und universell – weshalb sie sowohl im Business- als auch im gehobenen Freizeitkontext am häufigsten anzutreffen ist. 

Steigendes Revers (Peak Lapel)

Das steigende Revers, auch Spitzrevers genannt, zählt zu den formellsten Varianten der Kragen- und Reversarten an Sakkos.
Hier laufen die Kanten spitz nach oben, wodurch die Silhouette optisch verlängert und gleichzeitig Brust und Schultern betont werden. Das Sakko mit Spitzrevers wirkt besonders dramatisch und mondän, weshalb es heute vor allem bei festlichen Anlässen wie einer Hochzeit im Sommer getragen wird – oder bei sehr eleganten Businessanzügen, wie sie die Italiener bevorzugen und damit ein starkes Stil-Statement setzen. Zusammen mit der zweireihigen Knöpfung als harmonische Ergänzung strahlt ein steigendes Revers am Sakko Selbstbewusstsein und Stärke aus – nicht umsonst wird es oft mit einem Hauch von Autorität in Verbindung gebracht, ohne die Silhouette zu stark zu verändern. Ein Anzug mit diesem Revers und einem Anstecker wie einer Blüte veredelt den festlichen Look zusätzlich. Um die Eleganz des Spitzrevers zu unterstreichen, lassen sich Schuhe wie Designer-Loafer für Herren perfekt kombinieren.

Schalkragen (Shawl Lapel)

Eine Sonderstellung nimmt der Schalkragen ein. Seine weich gerundete und fließende Form verleiht ihm eine elegante, luxuriöse Anmutung. Diese Linie findet man fast ausschließlich bei Designer-Smokings für Herren oder an Dinnerjackets, wo sie häufig mit einem abgesetzten Satinspiegel veredelt wird. Ein Sakko mit Schalkragen steht für puren Glamour und ist eng mit der Tradition der Abendgarderobe verbunden. Im Unterschied zum klassischen Spitz- oder steigenden Revers wird der Schalkragen oft als Smoking-Revers bezeichnet, da er typischerweise bei formellen Anlässen wie Black-Tie-Events getragen wird und die besondere Eleganz eines Smokings betont. Durch die geschwungene Form fügt sich das Revers harmonisch in die Silhouette des Sakkos ein und hebt die Schulter- und Brustpartie dezent hervor, ohne kantig zu wirken.

Stehkragen (Stand-Collar)

Darüber hinaus gibt es auch bewusst puristische Alternativen, die komplett auf den Reverskragen verzichten. Marken wie Harris Wharf London für Herren oder Emporio Armani für Herren setzen auf Sakkos ohne Revers, aber dafür auf Stehkragen – für einen reduzierten, urbanen Chic, der den Minimalismus zelebriert und sich klar von der Tradition absetzt. Für einen Janker hingegen, also eine Trachtenjacke, ist der Stehkragen ein charakteristisches Element. Bei Modellen mit variablem Kragen haben Sie die Wahl, ob Sie ihn offen oder geschlossen tragen.

Abseits dieser klassischen Sakko-Revers-Arten fallen immer wieder Begriffe wie halb fallendes oder halb steigende Revers – diese sind nicht offiziell in der klassischen Schneiderlehre oder in der internationalen Mode-Terminologie verankert. Sie sind deshalb keine eigenständigen Varianten, sondern eher Interpretationen oder Zwischenformen, die ein Schneider individuell variieren kann.

Auch die Anzahl der Knöpfe eines Sakkos beeinflusst das Erscheinungsbild des Revers maßgeblich:

  • Bei vielen Knöpfen bleibt nur ein relativ kurzes Revers sichtbar, was dem Sakko eine kompakte, strenge Optik verleiht.
  • Bei wenigen Knöpfen entsteht ein langes, ausladendes Revers, das die Silhouette streckt und den Oberkörper elegant betont.

Egal, für welche der Kragen- und Reversarten von Sakkos Sie sich auch entscheiden – im BRAUN Hamburg Onlineshop können Sie aus einer großen Auswahl an Designer-Anzügen für Herren in zahlreichen Farben und Designs wählen.

Welches Revers passt zu welchem Anlass?


Die Wahl der richtigen Reversform ist nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern auch eine Frage des Kontextes. Denn jeder Revers-Kragen transportiert eine bestimmte Botschaft, die sich mit dem Anlass decken sollte.

Im Office

Im Business-Bereich gilt ein fallendes Revers als Standard. Es wirkt seriös, unaufgeregt und stilvoll zugleich. Gerade der klassische Dresscode Business Attire für Herren vermittelt Professionalität und lässt Raum für Individualität bei der Wahl des Stoffes, der Farbe oder der Accessoires wie Aktentasche, Krawatte oder Manschettenknöpfe. Wer im Büro oder bei geschäftlichen Terminen einen souveränen Auftritt anstrebt, sollte auf Trends verzichten und wählt mit einem Sakko mit fallendem Revers das sicherste Modell.

Zu festlichen & formellen Anlässen

Bei besonderen Veranstaltungen darf die Sakko-Revers-Breite deutlich markanter sein. Ein Spitzrevers verleiht jeder Anzugjacke einen Hauch von Grandezza und eignet sich daher hervorragend für Gala-Dinner, Preisverleihungen oder hochkarätige Empfänge. Noch exklusiver ist der Schalkragen, der fast ausschließlich in der Abendgarderobe Verwendung findet. Ein Smoking mit Schalkragen und Satinspiegel ist der Inbegriff des Black-Tie-Dresscodes für Herren und bleibt den großen Momenten des Lebens vorbehalten.

Im Alltag oder Smart-Casual

In einem moderneren, weniger streng definierten Kontext – etwa um Smart-Casual-Looks für Herren zu stylen oder in kreativen Branchen – können neben dem am meisten getragenen fallenden Revers auch unkonventionellere Sakko-Kragenarten ihren Platz finden. Sakkos mit Stehkragen oder Hybride zwischen fallendem und steigendem Revers bringen einen neuen Twist in die Garderobe und eignen sich hervorragend, wenn man Stilbewusstsein beweisen möchte, ohne dabei zu formell zu wirken.

Damit zeigt sich: Das Revers und der Kragen am Sakko sind weit mehr als nur dekorative Details. Sie sind ein wichtiges Stilmittel, das den Ton angibt – und den Träger in jeder Situation perfekt in Szene setzt, wenn es klug gewählt wird. Ein Sakko ohne Jackett-Revers ist denkbar – aber nur in Ausnahmefällen. Die verschiedenen Kragen- und Reversarten an Sakkos rahmen das Gesicht, prägen den Stil und verleihen dem Outfit seine unverwechselbare Signatur. Ob klassisch fallend für das Business, spitz und dramatisch für den großen Auftritt oder elegant geschwungen als Schalkragen – die Wahl des Styles sagt mehr über den Träger aus, als man auf den ersten Blick ahnt.